Der Wendehals (Jynx torquilla)
- Rote Liste Hessen: 1 (vom Aussterben bedroht)
- zu beobachten April bis September
- in Nordhessen dienten fast ausschließlich Obstbaumbestände als Brutplätze
- Gefährdung durch Nutzungsaufgabe dieser
- im Landkreis Kassel allerdings kaum mehr Vorkommen bekannt, durch Mittelgebirgslage auch nicht begünstigt
förderliche Strukturen in Bezug auf Streuobst:
- nutzt Randstrukturen oder teilweise nur lückig verbreitete Lebensräume wie Streuobstwiesen oder kleinere Magerrasenflächen
- besiedelt offene und halboffene Gebiete, die Höhlen als Nistmöglichkeit und leicht erreichbare Ameisennester als Nahrungsquelle bieten
- auch Waldschneisen für Hochspannungstrassen
- hohe Bedeutung für die Nahrungsverfügbarkeit können unbefestigte Graswege, Scherrasen, Böschungen und andere Randstrukturen spielen
- Erhaltung oder Bereitstellung ausreichender Nistmöglichkeiten von besonderer Bedeutung (Anzustreben sind hierbei 10 bis 15 Höhlen pro Hektar)
- für den Nahrungserwerb auf niedrige Vegetationsstrukturen mit ausreichendem Offenbodenanteil (¬ ~ 60%)
- gestaffelte ein- bis zweischürige Mahd mit Abräumen des Mahdgutes oder durch extensive Beweidung
- Auch innerhalb von Siedlungsbereichen, insb. strukturreiche Gärten oder Parks an Siedlungsrändern
Quelle: JACOBS, S., FASSL, B., SAWITZKY, H. & Hormann, M. (2019): Artenhilfskonzept Wendehals (Jynx torquilla) in Hessen. Gutachten im Auftrag der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Stand: 26.11.2019. – Wölfersheim. 66 S. + Anhang.